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Gesten, die Misstrauen erwecken

Wie man in einem Vorstellungsgespräch einen guten Eindruck macht.

Die ersten Hürden im Bewerbungsprozess sind genommen und man wird zu einem ersten Vorstellungsgespräch eingeladen. Oberstes Gebot, um einen guten Eindruck beim Personaler zu hinterlassen, ist es, gut vorbereitet zu sein. Aber, ist das wirklich so? Schließlich heißt es auch, dass rund 70% der Kommunikation auf Non-Verbaler Ebene stattfindet und dann macht eine gute Vorbereitung nur rund 30% des ersten Eindrucks aus. 

 

Wie macht man auf Non-Verbaler Ebene einen guten Eindruck?

 

Verhaltensforscher haben in einer groß angelegten Studie versucht herauszufinden, was genau passiert, wenn sich Menschen zum ersten Mal begegnen und sich kennenlernen. Der Fokus lag hierbei in der Fragestellung, warum manche Menschen direkt einen vertrauensvollen Eindruck erwecken, wohingegen andere das genau Gegenteil erreichen: Sie erwecken das Mistrauen Ihres Gegenübers.

 

Die Erkenntnisse aus der Studie haben die Verhaltensforscher dann in einem weiteren Experiment versucht zu validieren: Sie haben die Gesten und Verhaltensweisen, die Mistrauen erzeugen, einem Roboter beigebracht, der mit neuen, fremden Menschen kommunizieren sollten. Den Probanden wurde vorher gesagt, dass der Roboter in seinen Aussagen entweder die Wahrheit sagt oder eine Lüge erzählt. Tatsächlich hat der Roboter zufällig ausgewählte Statements vorgetragen, die alle faktisch richtig sind.

  

Dabei haben die Forscher herausgefunden, dass bestimmte Gesten und Verhaltensweisen Mistrauen erwecken. 

 

In den meisten Fällen, wenn der Roboter mindestens zwei der folgenden vier Gesten zusammen kombinierte wurde seine Aussage als Lüge eingestuft. Die Gesten, die Mistrauen erwecken:

 

  • Sie lehnen sich auf Ihrem Stuhl zurück
  • Sie verschränken die Arme
  • Sie fassen sich ins Gesich
  • Ihre Hände berühren sich

 

Foto: ©pexels.com

 Warum wirken diese Gesten auf uns Misstrauenserweckend? 

 

Wenn man jede Geste einzeln betrachtet, so ist die Erklärung dafür, was Misstrauen erweckt, nicht weit hergeholt.

 

Das Zurücklehenen, etwa auf dem Stuhl oder wenn man dem Gesprächspartner gegenübersteht, vergrößert die Distanz zum Ansprechpartner und schafft weiteren Raum zwischen Ihnen beiden. Dies suggeriert dem Gegenüber, dass Sie die Nähe als unangenehm enpfinden oder flüchten wollen. Vertrauenserweckend hingegen ist, wenn Sie die Distanz verringern, sich zu Ihrem Ansprechpartner beugen oder hinbewegen.

 

Verschränken Sie im Gespräch die Arme, so bringen Sie Ihre Arme symbolisch zwischen sich und Ihrem Gesprächspartner und bilden eine Barriere. Weiterhin kann man es auch so deuten, dass Ihre Haltung sich verschließt. Beides wird als negativ aufgefasst. Verwenden Sie stattdessen öffnende Gesten. Aktives Aufrechtsitzen streckt ihren Oberkörper durch und zieht ihre Schultern nach hinten. Dies suggeriert nicht nur Stärke, sondern auch Offenheit.

 

Wenn Sie im Alltag darauf achten, merken Sie, dass Sie sich relativ häufig ins Gesicht fassen, ohne es zu merken. Im Gespräch jedoch hat es eine beunruhigende Wirkung. Will man beispielsweise einen Lügner enttarnen, so wird einem oft geraten darauf zu achten, ob jemand sich bei seinen Ausführungen ins Gesicht fasst. Da wird beim Lügen unser eigenes Unterbewusstsein nicht täuschen können, ist ein Griff ins Gesicht eine Übersprungshandlung, um unsere Unaufrichtigkeit zu verbergen. Manchmal wollen wir in Stresssituationen, wie beispielsweise im Vorstellungsgespräch, unsere Nervosität verbergen und fassen uns daher ins Gesicht. Vermeiden Sie das entsprechend, um nicht als unaufrichtig wahgenommen zu werden.

 

Das Berühren der Hände kann ähnlich gesehen werden wie das Verschränken der Arme. Da Ihre Hände sich im Gespräch in der Regel vor Ihnen berühren, bilden diese wieder eine Barriere zwischen Ihnen und Ihrem Ansprechpartner. Anders verhält es sich beispielsweise, wenn Sie in einer anderen Situation die Hände hinter den Rücken nehmen. Auch wenn sich dabei die Hände berühren, suggerieren Hände hinter dem Rücken, dass Ihr Gegenüber nichts von Ihnen zu befürchten hat, weil Sie sich ihm schutzlos gegenüberstellen. Das ist jedoch keine Aufforderung, die Hände im Gepräch hinter den Rücken zu nehmen.

 

Wie macht man also einen guten Eindruck?

 

Vermeiden Sie zunächst alle dieser vier Gesten. Um einen guten Eindruck zu erwecken, können Sie im Grunde genau das Gegenteil machen. Für ein gutes, professionelles Vorstellungsgespräch empfehlen wir die folgenden Punkte: 

 

  • Sitzen Sie aufrecht
  • Nehmen Sie offene Haltungen ein (Beine, Arme, Hände)
  • Halten Sie Blickkontakt und fassen Sie sich nicht ins Gesicht
  • Legen Sie Ihre Hände entspannt entweder auf Ihre Beine oder auf den Tisch
  • Bleiben Sie stets ruhig und entspannt

 

Diese Ratschläge erscheinen höchstwahrscheinlich nicht neu. Sind Sie auch nicht. Diese Tipps finden sich schon seit vielen Jahren in gängigen Ratgebern, nicht nur für Vorstellungsgespräche, sondern für soziale Konversationen generell, ob es sich um den Knigge handelt oder vielleicht auch Ratgebern für ein erstes Date. Jetzt allerdings wissen Sie nicht nur, was zu tun ist, sondern auch warum.

 

16. April 2018 - Christopher Kretschmann

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